26.06.2026

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Liebe Freundinnen und Freunde der EAB,

in Évian ist heute der G7-Gipfel zu Ende gegangen – der Klub der sieben großen Industriedemokratien, entstanden aus den Ölkrisen der Siebzigerjahre. Als Gäste hatte Frankreich Brasilien, Ägypten, Indien, Kenia und Südkorea geladen. Eine weitgespannte Runde – in der einer der dynamischsten Akteure des Kontinents fehlt: Polen, inzwischen einer der wichtigsten Handelspartner Deutschlands, sitzt an diesem Tisch nicht.

Das ist keine Kritik, sondern eine Beobachtung über die Statik solcher Tische. Denn das wirtschaftliche und strategische Gewicht der Union verschiebt sich – nach Osten, an die Außengrenzen, in die Nachbarschaften. Und Berlin ist das Scharnier: Am selben Tag, an dem die Sieben in Évian berieten, richtete die Hauptstadt das Deutsch-Polnische Forum aus, mit 700 Gästen und dem Blick nach vorn.

Wer den Kontinent mitgestalten will, braucht dafür keinen Stuhl in Évian – es genügt, sich einzumischen. Am 25. Juni etwa, wenn wir in unserer Reihe "Unmute Europe" über die irische EU-Ratspräsidentschaft sprechen: darüber, wie auch kleinere Staaten das Steuer übernehmen. Die Aufzeichnung ist öffentlich, anmelden können Sie sich bis zum 22. Juni.

Vielleicht liegt darin die eigentliche Stärke Europas: Es war nie die Summe seiner größten Stühle, sondern derer, die bereit sind, einen dazuzustellen.

Herzliche Grüße
Ihr
Christian Johann

+++ SOMMER DER BOTSCHAFTEN: Diplomatie aus Nahost und Afrika zu Gast in der EAB +++ KULTURZUG IM PARLAMENT: EAB berichtet bei der Anhörung zur Oder-Partnerschaft im Abgeordnetenhaus, 17. Juni +++ FRISCHES GELD AUS BRÜSSEL: neue Projektzusagen bei Erasmus+ +++ AM KAMIN: Gespräch mit den Botschaftern Tschechiens und Polens +++ KNOBELN AUF WELTNIVEAU: Sudoku-WM am Wochenende in der EAB +++ DRAHT NACH BERLIN-MITTE: erfolgreiche Gespräche mit Bundestagsabgeordneten +++ EAB IST DABEI: Partnerin der Freedom Week +++

IHR HIGHLIGHT

In unserer vergangenen Ausgabe stieß der Rückblick auf die Diskussionsveranstaltung "Bye-bye Britain? 10 Jahre nach der Brexit-Abstimmung" auf das größte Interesse. Diese hohe Resonanz unterstreicht die anhaltende Relevanz der europäisch-britischen Beziehungen sowie das Bedürfnis, die langfristigen Folgen des Austritts weiterhin kritisch zu begleiten.

Vor voll besetztem Haus zogen S. E. Andrew Mitchell (Britischer Botschafter), Dr. Birgit Bujard und Klemens Kober (DIHK Brüssel) unter der Moderation von Mirjam Meinhardt (rbb24 Inforadio) eine differenzierte Bilanz des Trennungsprozesses und diskutierten Perspektiven für die zukünftige Zusammenarbeit. Wir freuen uns, dass dieser außenpolitische Diskurs in unserer Community auf so breites Interesse stößt.

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Zur Aufzeichnung des Gesprächs bei ARD Sounds

DIALOG MOST: DEUTSCH-POLNISCHE KOOPERATION IN BERLIN

Manche Brücken bestehen aus Stahl, andere aus Gesprächen. "Most" heißt auf Polnisch genau das: Brücke. Und unser neues deutsch-polnisches Programm "Dialog Most" baut diese Woche (16.–19. Juni) eine davon mitten in Berlin – nachdem der Auftakt im Mai in Warschau gezeigt hat, dass das Fundament trägt.

20 junge Nachwuchskräfte aus beiden Ländern sind dafür angereist. Sie reden nicht übers Wetter, sondern über das, was Europa gerade umtreibt: demokratische Resilienz, Außen- und Sicherheitspolitik, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit. An ihrer Seite die Polnische Robert-Schuman-Stiftung – und der Höhepunkt der Woche ist der gemeinsame Besuch des Deutsch-Polnischen Forums.

Dass aus einer guten Idee ein belastbares Netzwerk wird, verdanken wir der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin, der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit und dem EU-Programm CERV. Brücken brauchen eben auch Pfeiler.

Mehr zu diesem deutsch-polnischen Austauschprojekt

PERSPEKTIVE SLOWAKEI: WARUM BRATISLAVA NÄHER AN BERLIN LIEGT, ALS MAN DENKT

Europa ordnet sich wirtschaftlich und sicherheitspolitisch neu. In dieser entscheidenden Phase war der Botschafter der Slowakischen Republik, S.E. Juraj Macháč, zu Gast in der EAB. Gemessen an der Einwohnerzahl ist die Slowakei der größte Automobilproduzent weltweit – eine strukturelle Parallele, die zeigt, dass das Land vor ganz ähnlichen Zukunftsfragen steht wie Deutschland.

Im Zentrum des Gesprächs stand daher vor allem der Austausch zwischen den Zivilgesellschaften. Während die EAB traditionell starke Netzwerke nach Polen, Tschechien und Ungarn pflegt, markiert dieser Besuch den ersten Schritt, um die Kooperation mit der slowakischen Zivilgesellschaft nachhaltig auszubauen und diese Brücke neu zu schlagen.

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KULTURZUG 2026 – NACHBARSCHAFT BEWEGT AUF DER SCHIENE

Im Herbst 2026 geht der Kulturzug in eine neue Runde und setzt ein wichtiges Zeichen für die deutsch-polnische Freundschaft. Anlässlich des 35. Jubiläums des Deutsch-Polnischen Nachbarschaftsvertrages und der Städtepartnerschaft Berlin-Warschau verwandelt sich die Zugstrecke in einen lebendigen Ort der Begegnung. Auf insgesamt acht Fahrten zwischen Berlin, Poznań und Warszawa wird an den Eurocity ein zusätzlicher Waggon angehängt, der Raum für über 32 Kultur- und Bildungsveranstaltungen bietet.

Reisende erwartet an Bord ein vielseitiges Programm aus Lesungen, Konzerten, Filmvorführungen und politischen Diskussionsrunden. Das seit diesem Jahr von der EAB koordinierte Projekt macht den grenzüberschreitenden Dialog direkt erlebbar. Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei, benötigt wird lediglich ein reguläres, gültiges Zugticket inklusive Reservierung für die jeweilige Fahrt.

Alle Termine und aktuellen Informationen zum Kulturzug

KULTURFORUM KULTURY 

Das Kulturforum Kultury bringt vom 3. bis zum 5. Juli 2026 Kunst- und Kulturschaffende aus Berlin, Wrocław und Poznań in der Europäischen Akademie Berlin zusammen. Als etablierte Plattform für den Austausch widmet sich das diesjährige Forum dem Kernthema Resilienz und untersucht die gesellschaftliche Widerstandskraft von Kunst und Kultur in Zeiten des Umbruchs.

Neben praxisnahen Hospitationen an namhaften Berliner Institutionen und Diskussionsrunden mit Gästen aus der Praxis erwarten die Beteiligten vielseitige künstlerische Programmpunkte. Das Projekt richtet sich gezielt an Fachkräfte aus dem Kulturbereich, Kuratorinnen, Kuratoren sowie Studierende, die neue Formate der transnationalen Zusammenarbeit aktiv mitgestalten möchten.

Interessierte können sich bis zum 19. Juni 2026 mit einem kurzen Lebenslauf sowie einer aktuellen Projektskizze bewerben. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei.

Zur Bewerbung und allen Informationen

IRLAND IN EUROPA: PRÄSIDENTSCHAFT, PRIORITÄTEN, PERSPEKTIVEN

Europäische Politik greifbar machen und den Dialog vor Ort stärken – das ist das Ziel unseres Projekts  "Unmute Europe" (in Kooperation mit dem Europapodcast). In der zweiten Ausgabe richten wir den Fokus auf Irland, das kurz vor der Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft steht. Gemeinsam mit Gästen aus Politik, Diplomatie, Journalismus und Kultur beleuchten wir die Erwartungen, strategischen Prioritäten und die großen europäischen Herausforderungen dieser bevorstehenden Amtszeit.

Die öffentliche Podcast-Aufzeichnung findet am Donnerstag, den 25. Juni 2026, im Studio Chérie (Hobrechtstraße 65, 12047 Berlin) statt. Einlass ist ab 18:00 Uhr, das Programm beginnt um 18:30 Uhr. Im Anschluss an die Debatte laden wir ab 19:30 Uhr zu einem informellen Get-together und Empfang ein.

Da die Plätze im Studio begrenzt sind, bitten wir um eine vorherige Online-Registrierung bis zum 22. Juni 2026.

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NEUE EU MASSNAHMEN ZUM SCHUTZ DER OZEANE

Verschmutzung und Klimawandel sowie die fortschreitende Überfischung setzen den Weltmeeren weltweit immer massiver zu. Um dieser besorgniserregenden Entwicklung entgegenzuwirken, hat die Europäische Kommission ein neues Maßnahmenpaket vorgestellt, das den Schutz von Ozeanen und Küstengebieten international deutlich ausbauen soll.

Im Zentrum der Initiative steht nicht nur die spürbare Verringerung von Plastikmüll und Schadstoffen, sondern auch der gezielte Schutz besonders empfindlicher Ökosysteme. Zudem sollen strengere Richtlinien eine nachhaltige Fischerei sichern und das maritime Gleichgewicht wiederherstellen. Um diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen, plant die EU verstärkt in Meeresforschung und saubere Technologien zu investieren. Damit werden Klima- und Naturschutz noch enger miteinander verzahnt, um marine Lebensräume langfristig zu erhalten.

Zu allen Details auf der Website

DEUTSCHE EINHEIT IM WANDEL DER ZEIT

Sechsunddreißig Jahre nach der Wiedervereinigung ist die Deutsche Einheit kein abgeschlossenes Kapitel, sondern ein fortlaufender, vielschichtiger Prozess. Die Frage, wie unterschiedliche historische Erfahrungen die Identitäten in Ost und West bis heute prägen und wo weiterhin Herausforderungen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt liegen, bleibt hochaktuell.

Das fünftägige Seminar "Deutsche Einheit im Wandel der Zeit" widmet sich vom 9. bis 13. November 2026 genau diesen Fragestellungen. In Kooperation mit der VHS Landkreis Diepholz und unter der Leitung von Barbara Brockmann beleuchtet das Format sowohl historische als auch gegenwärtige Perspektiven und bietet Raum für einen sachlichen, konstruktiven Dialog über unsere demokratische Praxis.

Die Veranstaltung ist als Bildungszeit (Bildungsurlaub) anerkannt, sodass Teilnehmende für diese politische Weiterbildung den gesetzlich geregelten Sonderurlaub in Anspruch nehmen können.

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TAGEN UND ÜBERNACHTEN IN BERLIN

Große Ideen entstehen selten im stressigen Alltag. Unsere Berliner Europavilla bietet Ihnen den perfekten Rückzugsort für produktives Arbeiten: moderne, voll ausgestattete Seminarräume für Ihre Veranstaltungen kombiniert mit ruhigen, gemütlichen Hotelzimmern direkt im Grünen. Erleben Sie die ideale Balance aus konzentrierter Tagungsatmosphäre und entspanntem Komfort – eingebettet in unser lebendiges europäisches Netzwerk.

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ZUKUNFT BRAUCHT FREIRÄUME

Europa wächst dort, wo Menschen mutig, offen und vorurteilsfrei ins Gespräch kommen. Die EAB bietet genau diesen Raum – verlässliche Unterstützung erhalten wir dabei vom Land Berlin, der Europäischen Union und von Menschen wie Ihnen.

Was Ihre Unterstützung ganz konkret bewegt? Sie ermöglicht praxisnahe Seminare, die europäische Politik greifbar machen. Sie baut Brücken zwischen der Diplomatie und der nächsten Generation. Und sie bestärkt junge Menschen in dem Gefühl: Meine Stimme zählt. Das ist keine theoretische Bildungsarbeit, sondern gelebte Demokratie. Wenn Sie diesen Weg dauerhaft mit uns gehen möchten, finden Sie hier alle Möglichkeiten.

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ZUKUNFT DES EUROPÄISCHEN SOZIALFONDS

Am Vormittag steht die Zukunft vom europäischen Sozialfonds im Mittelpunkt. Das Verbindungsbüro des Europäischen Parlaments und der AWO Bundesverband laden zu einem virtuellen Gespräch über die geplanten Reformen im EU Haushalt ein. Gemeinsam mit der Europaabgeordneten Gaby Bischoff können Interessierte direkt darüber diskutieren, was diese neuen Pläne für die soziale Absicherung und für die Menschen vor Ort bedeuten.

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Kreative politische Kommunikation in den sozialen Medien

Am Nachmittag folgt im Rahmen der beliebten Social Media Academy ein englischsprachiges Online Seminar über kreative Ansätze in den sozialen Netzwerken. Erfahrene Kommunikationsprofis zeigen praxisnah, wie digitaler Content gestaltet wird, der Aufmerksamkeit erzeugt und Zielgruppen aktiv einbindet, während die politischen Inhalte gleichzeitig glaubwürdig bleiben.

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EUROPA VOR DER SOMMERPAUSE MIT VIELEN AUFGABEN

Europa steht aktuell vor gewaltigen geopolitischen Herausforderungen. In einem neuen Beitrag analysiert Dr. Wolfgang Merz die drängenden Baustellen der Europäischen Union kurz vor der Sommerpause.

Ob Wirtschaftsschwäche und zähe Verhandlungen zum EU Haushalt oder die stagnierende EU Erweiterung sowie die gemeinsame Verteidigungspolitik, es bleibt keine Zeit zu verlieren. Der Experte sieht dabei eine ganz klare Schlüsselrolle für Deutschland um die europäische Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken.

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Studentische Hilfskraft gesucht

Du hast Interesse daran, Projekte und Veranstaltungen der Europäischen Akademie mitzugestalten und umzusetzen? Dann bewirb dich jetzt als Studentische Hilfskraft. Bewerbungsfrist ist der 12. Juli 2026. Die Stelle soll zu September 2026 besetzt werden.

Weitere Infos hier

Dass Sie diesen Newsletter Woche für Woche lesen und dass wir unsere Mission verfolgen können, verdanken wir zuallererst dem Land Berlin: Mit einer institutionellen Förderung im Berliner Haushalt ermöglicht es unsere Arbeit – ein Vertrauen, das wir nicht als selbstverständlich begreifen und für das wir aufrichtig dankbar sind.

Als EUROPE DIRECT Berlin werden wir zudem von der Europäischen Union getragen. Gemeinsam machen beide möglich, was hier jede Woche entsteht: europäische Bildungsarbeit, mitten in Berlin, für Menschen in aller Welt.

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