15.08.2026 Newsletter EAB Für Vorname Nachname
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Liebe Leserinnen und Leser,
gefragt, was eine demokratische Gesellschaft im Kern ausmacht, nennen Europäerinnen und Europäer die Meinungsfreiheit an erster Stelle — 34 Prozent, vor freien und fairen Wahlen mit 32 und dem Schutz von Rechtsstaatlichkeit und Grundrechten mit 31 Prozent. So steht es in der jüngsten Eurobarometer-Erhebung vom Juli.
Eine freie Meinung braucht allerdings etwas, woran sie sich prüfen lässt. Sie braucht Tatsachen, die jemand nachschlagen kann. Die liegen nicht im Netz, sondern in Beständen: in Berliner und deutschen Archiven, in Gedenkorten, in Bibliothekskellern, in Kartons, die nie jemand digitalisiert hat. Wer heute eine historische Frage stellt, fragt aber meist ein Sprachmodell — und bekommt eine flüssige Antwort aus dem Gedächtnis statt aus dem Bestand. Der Unterschied ist groß. Er fällt nur nicht auf.
Genau hier setzen wir an. Mit Förderung der Stiftung EVZ entwickeln wir in den kommenden Jahren ein Werkzeug, das ausschließlich aus geprüften Quellen antwortet und jede Aussage bis zum Dokument zurückführt. Der Name ist Programm: "Quellen statt Mythen".
Erinnerung ist kein Besitz. Sie ist etwas, das nachprüfbar bleiben muss. Dass Europa das noch kann, ist keine Selbstverständlichkeit — es ist Arbeit, und wir übernehmen sie gern.
Herzliche Grüße Ihr Christian Johann |
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| +++ KULTURSTAATSMINISTER KOMMEN IN DIE EAB: FORMAT NIMMT FORM AN +++ BERLINDIENLICHKEIT WIRD KONKRET: GESPRÄCHE MIT DEN FACHVERWALTUNGEN GEHEN IN DIE NÄCHSTE RUNDE +++ WESTLICHER BALKAN: CHRISTIAN SCHMIDT SPRICHT AM 11. NOVEMBER – KEYNOTE UND PANEL +++ EUROPA-REDE AM 9. NOVEMBER: DER NAME STEHT, WIR SAGEN IHN NOCH NICHT +++ TAIWAN: DIALOGPLATTFORM TAGT ENDE SEPTEMBER IN BERLIN +++ |
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QUELLEN STATT MYTHEN: DIE EAB BAUT EINE KI FÜR DAS ARCHIV
Was passiert mit dem Erinnern, wenn Chatbots zur ersten Anlaufstelle für historische Fragen werden? Auf diese Frage haben wir eine Antwort entwickelt – und die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) fördert sie ab sofort für knapp drei Jahre. "Quellen statt Mythen" baut ein Werkzeug, das nicht aus dem Gedächtnis eines Sprachmodells erzählt, sondern ausschließlich aus dem, was tatsächlich im Bestand liegt: Jede Antwort kommt aus den Quellen selbst und ist bis zum Dokument zurückverfolgbar.
Nutzen können es alle, die mit den Beständen konkreter Erinnerungsorte, Archive und Bibliotheken ins Gespräch kommen wollen. Eingeworben und geleitet wird das Projekt von unserer Studienleiterin Khrystyna Miftakhov und unserer Senior Project Managerin Claudia Fedur – ein großer Erfolg, zu dem wir beiden herzlich gratulieren. Die Suche nach Partnereinrichtungen hat begonnen. Mehr dazu demnächst an dieser Stelle. |
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WAS POSTKARTEN ERZÄHLEN: JÜDISCHES LEBEN IN MITTELEUROPA VOR 1939
Das hat Sie in der letzten Ausgabe am meisten interessiert: die Ausstellung "Jamim mikedem – Erinnerungen an das jüdische Leben in Ostmitteleuropa". Historische Postkarten werden hier zu Zeugnissen einer untergegangenen Alltagswelt – Orte, Beziehungen, Spuren jüdischer Geschichte, heute neu gelesen.
Zur Vernissage am 31. August laden Parlamentspräsidentin Cornelia Seibeld und Botschafter Jiří Čistecký in den Festsaal des Abgeordnetenhauses; anschließend diskutiert das Podium "Das Leben vor dem Ende. Jüdisches Mitteleuropa im Bild". Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 11. September in der Wandelhalle. Die Eröffnung ist ausgebucht – tragen Sie sich gern in die Warteliste ein.
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AUTUMN LAB 2026: DREI TAGE, EINE ANDERE PERSPEKTIVE
Klimaschutz wird in Europa meist als Verzicht verhandelt. In anderen Weltregionen gibt es Antworten, die seit Generationen funktionieren – und die hier kaum jemand kennt. Genau dort setzt unser Autumn LAB an, gemeinsam mit der Freien Universität Berlin: Wir schauen auf Lebens- und Wirtschaftsweisen aus dem Globalen Süden und fragen, was sich davon nach Berlin übersetzen lässt.
Der Auftakt läuft ab dem 20. Oktober online, in drei Sessions am späten Nachmittag. Das Herzstück ist das Wochenende vom 6. bis 8. November in unserer Europavilla: Planspiele, ein stadtökologischer Spaziergang, Co-Creation-Workshops – und eine Gruppe, die drei Tage lang gemeinsam an denselben Fragen arbeitet. Dank Engagement Global (BMZ) und der Lotto-Stiftung Berlin kostet das 35 Euro, Unterkunft und Verpflegung inklusive. Bewerbungsschluss: 31. August.
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EUROPE IN TRANSITION: ERWEITERUNG, CHINA, UND WAS BLEIBT
Zwei Fragen, die Europas nächstes Jahrzehnt bestimmen, an einem Tag: Wie verändert sich die Europäische Union, wenn sie wächst? Und was bedeutet das Verhältnis zu China für die internationale Zusammenarbeit? Am 23. Oktober bringt die EAB dafür zwei Stimmen zusammen, die nah an den Entscheidungen sitzen. Am Vormittag spricht Willem Noë, langjähriger Erweiterungsexperte der Europäischen Kommission und Mitglied von Team Europe Direct, über die Perspektiven eines größer werdenden Europas. Am Nachmittag ordnen renommierte China-Fachleute ein, wie Europa mit Peking künftig umgehen sollte.
Das Webinar findet gemeinsam mit EUNET, BBAG e. V. und den Europe-Direct-Zentren Berlin und Potsdam/Brandenburg an der Havel statt – digital, auf Englisch und kostenfrei. Beide Teile lassen sich unabhängig voneinander besuchen: 09:00 bis 10:30 Uhr zur Erweiterung, 15:00 bis 16:30 Uhr zu China. Wer sich anmeldet, bekommt den Zugangslink rechtzeitig per E-Mail. Anmeldeschluss ist der 22. Oktober.
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PRAG, OKTOBER: ZEHN PLÄTZE, ALLES BEZAHLT
"From the Trench to the Joystick" – so heißt unsere deutsch-tschechische Side Session auf der internationalen Sicherheitskonferenz Resilient Europe 2026. Es geht um die Frage, wie eine Generation zum Militärdienst steht, die mit Drohnen und Displays aufgewachsen ist: Zukunft des Wehrdienstes, technologische Entwicklung, europäische Sicherheit. Diskutiert wird mit Fachleuten aus Politik, Diplomatie und Verteidigung – nicht vor ihnen.
Für die Konferenz am 21. und 22. Oktober in Prag suchen wir zehn junge Teilnehmende aus Deutschland. Dabei ist der volle Zugang zu beiden Konferenztagen (Konferenzsprache Englisch); Reise und Unterkunft übernehmen wir vollständig. Eine formlose E-Mail an Mariami Mekvabishvili genügt – bis zum 16. August.
Weitere Informationen zur Konferenz und Teilnahme
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DIE FRAUEN VON PLÖTZENSEE
Sie haben Briefe geschrieben, kurz bevor sie ermordet wurden. In der Haftanstalt Plötzensee wurden 1943 in wenigen Nächten Hunderte Menschen hingerichtet – unter ihnen Frauen aus dem Widerstand, deren Namen heute kaum jemand kennt. Am 8. und 9. September gehen wir ihren Lebenswegen nach: über Archivunterlagen, Briefe, Biografien. Die Historikerin Dr. Magda Veselská ordnet die Rolle von Frauen im Widerstand aus tschechoslowakischer Perspektive ein. In Workshops – Collage, Schreiben – entstehen daraus künstlerische Arbeiten, die auf der offiziellen Gedenkveranstaltung in Plötzensee gezeigt werden.
Das Projekt richtet sich an FLINTA*-Personen zwischen 18 und 28 Jahren und findet in Kooperation mit der Botschaft der Tschechischen Republik und dem Institute for the Study of Totalitarian Regimes in Prag statt. Die Teilnahme ist kostenlos; Verpflegung an beiden Tagen sowie Reise und Übernachtung für Teilnehmende von außerhalb Berlins werden übernommen. Bewerbung bis zum 12. August mit einem kurzen Motivationsschreiben an Ute Böhr.
Alle weiteren Informationen und Details zur Bewerbung
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GRUNEWALD STATT GROSSSTADTHITZE: TAGEN IN DER EUROPAVILLA
Wer im August in Berlin tagt, kennt das Problem: draußen 33 Grad, drinnen ein Klimagerät, das gegen die Fensterfront verliert. In der Europavilla ist das anders. Zwischen Bäumen am Rand des Grunewalds bleibt es hier spürbar kühler als in Mitte – und die Mittagspause findet im Garten statt, nicht im Treppenhaus.
Moderne Seminarräume, Hotelzimmer im Haus, Verpflegung vor Ort: Wer hier tagt, muss die Gruppe zwei Tage lang nicht bewegen. Und wer für Herbst plant – Klausurtagung, Strategieworkshop, Jahresabschluss – bucht jetzt am besten. Dass Sie dabei im Haus einer europapolitischen Akademie zu Gast sind, merkt man spätestens an den Gesprächen an der Rezeption.
Hier geht es zur Buchung und allen Details
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WAS 50 EURO BEI UNS BEWIRKEN
Die Grundfinanzierung durch das Land Berlin und die EU trägt unser Haus. Sie trägt nicht das, was darüber hinausgeht: die Reisekosten für eine Schülerin aus Cottbus, die sonst nicht käme. Den Teilnahmebeitrag, der von 200 auf 35 Euro sinkt. Den Dolmetscher, ohne den ein deutsch-tschechisches Gespräch ein deutsches Gespräch bliebe.
Genau diese Posten machen den Unterschied zwischen einer Veranstaltung, an der die Üblichen teilnehmen, und einer, an der alle teilnehmen können. Wer uns unterstützt, finanziert keine Struktur, sondern Zugang.
Hier erfahren Sie, wie Sie unsere Arbeit nachhaltig unterstützen können
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RECHT AUF REPARATUR: WAS SEIT DEM 31. JULI GILT
Seit dem 31. Juli greift in der EU das Recht auf Reparatur. Grundlage ist die Richtlinie (EU) 2024/1799, die bis zu diesem Stichtag in nationales Recht umzusetzen war. Sie betrifft Geräte wie Smartphones, Waschmaschinen und Kühlschränke – und verschiebt das Verhältnis zwischen Reparieren und Neukaufen: Wer sich im Gewährleistungsfall für die Reparatur statt für einen Ersatz entscheidet, dessen Gewährleistungsfrist verlängert sich einmalig um ein Jahr. Zugleich sollen Verbraucher leichter an Ersatzteile und an Reparaturbetriebe in ihrer Nähe kommen. Die Kommission verspricht sich davon eine stärkere Kreislaufwirtschaft und spürbar niedrigere Kosten.
Mit dieser Übersicht behalten Sie im Blick, welche weiteren EU-Verordnungen und -Richtlinien bis September in Kraft treten.
Mehr Infos zum neuen Recht auf Reparatur
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GISH-GALOPP: WENN ZWANZIG BEHAUPTUNGEN EINE ANTWORT ERSTICKEN
Die Taktik hat einen Namen, und wer sie einmal kennt, erkennt sie überall: Beim Gish-Galopp feuert jemand so viele Behauptungen ab, dass die Gegenseite nicht mehr hinterherkommt. Jede einzelne zu widerlegen dauert Minuten, alle zusammen aufzustellen dauert Sekunden. Wer im Saal steht und moderiert, hat verloren, bevor er begonnen hat – es sei denn, er weiß, was da gerade passiert. Genau darum geht es in unserer neuen Handreichung "Gish-Galopp und andere Herausforderungen", die unsere Studienleiterin Sofia Eleftheriadi erarbeitet hat. Neben dem Gish-Galopp beschreibt sie Whataboutism, Ad Hominem und Fearmongering – Muster, die sich benennen lassen, sobald man sie kennt.
Die Handreichung bleibt nicht bei der Analyse. Sie enthält ein vollständiges Fortbildungskonzept mit methodischen Anleitungen, einen erprobten Ablauf für einen Workshop von rund siebeneinhalb Stunden und die passenden Präsentationsvorlagen. Wer politische Bildung macht, moderiert oder Gruppen anleitet, kann damit sofort arbeiten. Wir freuen uns sehr über diese Arbeit – und darüber, dass sie frei verfügbar ist.
Zur Handreichung „Gish-Galopp und andere Herausforderungen"
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AKADEMIEBERICHT: ZWEI STIMMEN VERRATEN WIR DOCH
Der Akademiebericht 2025/26 ist inzwischen bei den meisten von Ihnen angekommen. Zweimal haben wir an dieser Stelle angedeutet, dass neben dem Geleitwort des Bundespräsidenten weitere Stimmen darin stehen – aus Botschaften, Ländervertretungen, Stiftungen und Seminarräumen. Zwei davon seien verraten: Botschafter Pascual Ignacio Navarro Rios, seit 2024 Spaniens Vertreter in Berlin, und Simone Großner, Bevollmächtigte des Landes Sachsen-Anhalt beim Bund. Zwei Perspektiven auf dieselbe Arbeit – eine aus Madrid, eine aus Magdeburg.
Die übrigen finden Sie auf den nächsten Seiten. Kein Exemplar bekommen? Schreiben Sie uns kurz, wir schicken eines. Oder lesen Sie den Bericht direkt online.
Zum Akademiebericht 2025/26
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In Erinnerung an Beate Blasum
Wir trauern um Beate Blasum, die über viele Jahre das Veranstaltungsmanagement der Europäischen Akademie Berlin getragen hat. Unzählige Gäste, Partner und Kolleginnen kannten sie als die Person im Hintergrund, die dafür sorgte, dass aus einer Veranstaltung ein gelungener Abend wurde – verlässlich, aufmerksam, nie um Aufmerksamkeit für sich selbst bemüht.
Beate Blasum starb im Alter von 54 Jahren. Sie hinterlässt ihren Mann und drei Kinder. An der Rezeption, an dem Ort, an dem sie so viele Jahre gerne gearbeitet hat, richten wir einen stillen Ort des Erinnerns ein; dort liegt ab dieser Woche auch ein Kondolenzbuch aus.
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GEFÖRDERT DURCH DAS LAND BERLIN
Dass dieser Newsletter Woche für Woche erscheint und die Europäische Akademie Berlin ihre Arbeit tun kann, ermöglicht zuallererst das Land Berlin: mit einer institutionellen Förderung im Landeshaushalt. Als EUROPE DIRECT Berlin werden wir überdies von der Europäischen Union unterstützt.
Beides zusammen macht möglich, was hier entsteht — europäische Bildungsarbeit, mitten in Berlin, für Menschen in aller Welt. Dafür danken wir. |
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